Wert der Arbeit

Wertschätzung für die eigene Arbeit

Es ist einfach, auf unsere Geiz-ist-geil-Gesellschaft zu schimpfen. Doch leider allzu oft, sind es genau diese Menschen, die kurz danach in sehr eigenartigen Preisverhandlungen zu finden sind. Das Seltsame daran ist die Art, den Preis festzulegen. Die Qualität der Produkte oder die Qualifikation eines Entwicklers finden in der Diskussion keinen Platz. Es ist ein reines Feilschen, um eine möglichst niedrige Zahl.

Doch welchen Wert hat das Produkt, das wir einkaufen? Wie schätzen wir etwas ein, dessen wesentliches Kaufargument der Preis war? Und vor allen Dingen: Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Zusammenarbeit? Im Elektromarkt um die Ecke betrifft dies beispielsweise das beiderseitige Verhalten bei Reklamationen oder die Dauer der Kundenbindung. Bei der In-house- Entwicklung oder einer externen Vergabe betrifft dies direkt die Zusammenarbeit und die Qualität des späteren Produkts. Dies betrifft die betriebswirtschaftlichen Faktoren wie Return on investment (ROI), Kosten- Nutzen-Verhältnis oder Amortisationszeiten. Auf der Mitarbeiterseite stehen z.B. Motivation, Fluktuation und Identifikation. Auch dies sind Aspekte, die wirtschaftliche Implikationen haben.

Gerne wird vergessen, dass der Preis nur eine Seite der Medaille ist. Auf der anderen steht der Gegenwert, den wir erhalten. Oftmals ist genau dieses Verhältnis das entscheidende. Leider sehe ich oft, das dieses Verhältnis nur eine untergeordnete Rolle spielt. In Freiberuflerbörsen fanden sich 2009 Angebote für erfahrene und hochqualifizierte Freiberufler für 40 Euro die Stunde inkl. aller Nebenkosten. Welcher Wert wird der zu erwartenden Arbeit beigemessen? Und welchen Wert hat die Arbeit für einen Freiberufler, der gezwungen ist, ein solches Angebot anzunehmen? Und vergleichen Sie diesen Wert doch einmal mit den Kosten einer Stunde in ihrer Autowerkstatt.

Nicht dass wir uns missverstehen: Die Mondpreise, die in Boomzeiten verlangt und gezahlt wurden, stehen in einem ebenso krassen Missverhältnis. Die Grundlage für einen Preis sollte der Wert bilden, die alle Beteiligten der Ware zuordnen. Nur dann erhalten wir ein preiswertes Angebot bzw. einen Preis, der die Ware wert ist! Auf dieser Grundlage entwickelt sich eine dauerhafte Beziehung, die auch Krisen trotzt und die Grundlage für hochwertige Produkte zu einem bezahlbaren Preis bildet. Da bin ich mir sicher.

Ach ja, der bekannte Elektromarkt, der diese gesellschaftliche Entwicklung in seinem Slogan auf den Punkt gebracht hat, benutzt schon seit geraumer Zeit einen andere Werbebotschaft.